1) Ein Kalb wird geboren - Fotos der Geburten von Pina und Penny
2) Vom Kalb zur Kuh - Fotodokumentation über unser Kalb Paula
3) Lustige Fotos unserer Kühe
4) Infos zur Aufzucht mutterloser Kälber
1) Kuh Geburten :
Pina wird geboren - Bilder einer Kuhgeburt !
Unsere Kuh Paulinchen erwartete ihr erstes Kalb. Eine Woche vor dem Geburtstermin lockerten sich die Beckenbänder und das Euter von Paulinchen schwoll an. 1 Tag vor dem Termin sonderte Paulinchen Schleim ab, also musste es bald los gehen. Ab da an machten wir regelmäßige Kontrolle im Stall.
Es geht los. Die Fruchtblase ist zu sehen.Ruhe bewahren, Wiederkäuergeburten können sehr lange dauern, insbesondere bei Erstgebährenden, hieß es in der Fachliteratur. Schon 30 min tat sich nichts mehr. Pauline sah zufrieden aus. keine Spur von intensiven wehen. Also mal schnell eine Tasse Kakao holen...
Keine 3 min später zurück da plumpste gerade das Kalb aus der Kuh. Nabel desinfizieren und nachsehen was es war. Hurra, ein Mädchen. Die restliche Versorgung ihres Kalbes übernahm Paulinchen alleine.
Noch ist das Kuhmädchen ganz nass, glitschig und sieht ulkig aus mit ihren Schlappohren. Sie hat einen Blick als möchte sie diese Welt am liebsten wieder verlassen. Aber schon beginnt Paulinchen ihre Tochter intensiv trocken zu lecken.
Nach einer Stunde macht die Kleine mit Mutter´s Hilfe ihre ersten Aufstehversuche. Bis sie ihre ersten tapsigen Schritte durch den Stall macht vergeht eine weitere Stunde.
3 Stunden sind seid der Geburt vergangen, bis das Kälbchen den ersten Schluck aus dem Euter trinkt.
Kuh & Kalb wohlauf, aber müde von der Geburt.
Zeit für die zweite Mahlzeit. Paulinchen fordert ihre Tochter auf aufzustehen. Die Kleine haben wir inzwischen auf den Namen "Pina" getauft.
Am nächsten Tag gibt es für Pina den ersten Ausflug auf die Weide.
Penny wird geboren !
Am 8.12. war es soweit. Pina (das Kälbchen aus der vorhergehenden Fotostory einer Kuhgeburt) erwartete ihr erstes Kalb. Um ca. 20 Uhr setzen die Wehen ein.
Um 20.30 Uhr geht es los, die Füße sind bereits zu sehen.
Um 21.38 Uhr plumste das Kälbchen ins Stroh. Wir freuten uns das die Geburt so gut geklappt hatte und Kalb & Kuh wohlauf waren. Die Freude war besonders groß als wir sahen das es ein Mädchen ist.
Pina ist begeistert von ihrer kleinen Tochter und leckt sie hingebungsvoll trocken.
22.30 Uhr begann Penny, wie wir das Kälbchen nennen mit den ersten Austehversuchen. Ca. 23.30 Uhr hat Penny das Euter gefunden und nimmt den ersten Schluck Milch. Von nebenan schaut Jerseyrind Nelly neugierig zu.
Austehen und Trinken ist anstregend und daher machte Penny erst mal ein Schläfchen. So langsam trocknete sie mehr und mehr und unsere Freude steigerte sich noch einmal, denn Penny hat die beliebte und seltene helle Farbe von ihrer Mutter geerbt. weil es in der Nacht wo Penny geboren wurde - 9 Grad war und ihr Fell noch nicht vollständig durchgetrocknet war haben wir sie die ersten beiden Tage eingedeckt. Statt Kälberdecke (die wir nicht haben) bekam Penny die Hundedecke von Jette auf.
Penny hat die kalte Nacht gut überstanden und steht am nächsten Morgen munter an der Milchbar.
Penny an ihrem zweiten Lebenstag.
Penny 14 Tage alt, schon etwas gewachsen und kommt nun auch bei den winterlichen Temperaturen ohne Decke aus.
Leider ist Penny im Alter von 5 Wochen gestorben. Durch einen angeborenen Herzfehler wurde ihr Immunsytem mit einem Infekt nicht fertig.
2) Vom Kalb zur Kuh - Fotodokumentation über die Entwicklung von Paula
Hier entsteht die Dokumentation über die Entwicklung von Paula. Wir wollen Paula auf ihrem Weg vom Kalb zur Zuchtkuh begleiten.
Am 22.9.09 wurde Paula geboren. Paula ist Paulinchen´s 2. Kalb und wie erhofft hat sie neben tollem Exterieur unsere Wunschfarbe Gelbschecke bekommen oder besser gesagt von ihrer Mutter geerbt. Paulas Mutter ist unsere beste Kuh. Paulinchen ist eine hochbewertete Elite Herdbuch A Kuh in der sehr seltenen hell gescheckten Farbe. Ihr Vater ist der Elitebulle Napbaer.
Paula mit ihrer Mutter Paulinchen. Paula ist seid 3 Stunden auf der Welt und noch recht wackelig auf ihren Beinen. Noch wirkt Paula etwas dunkel im Fell, aber erfahrungsgemäß wird sie in einigen Monaten so hell wie ihre Mutter und Halbschwester Pina werden.
Noch ist unser Kuhmädchen recht klein. Wir hoffen das sie gesund bleibt und später später einmal unsere Zucht bereichern wird.
14 Tage ist Paula nun alt und schon recht selbständig. Neugierig betrachtet sie ihre Umwelt.
Paula ist bereits 6 Monate alt und hat den Winter gut überstanden. Sie säuft nicht nur ihrer Mutter den Euter leer, sonder frisst auch schon seid einiger Zeit Heu.
Paula ist nun 8 Monate alt und wird den Sommer über zusammen mit ihrer Mutter auf der Weide verbringen. Sie hat schon ganz winzige Hörner bekommen.
Mit 11 Monaten ist Paula schon recht groß geworden. In der Farbe ist sie etwas heller geworden, aber man kann sie momentan farblich weder als gelb noch als rot bezeichnen.
Auch Paula´s Hörner sind gewachsen. Sie wird immer zutraulicher und lässt sich schon streicheln.
Paula im Alter von 1 Jahr. Die Weidesaison ist vorbei. Paula ist mit den anderen Kühen in den Offenstall umgezogen. Im Frühjahr berichten wir wie sich Paula weiter entwickelt hat.
Paula ist nun 1 3/4 Jahre alt und wurde letzte Woche besamt, vom Bullen Singler. Nun bleibt abzuwarten ob sie tragend ist. Paula wird nun den Sommer auf der Weide genießen.
Wir werden hier 2-3 mal im Jahr ein Foto von Paula veröffentlichen.
Mit und bei den Kühen erlebt man witzige Momente. Manchmal hat man zufällig eine Kamera zur Hand und kann die Szenen im Bild festhalten.
"Yoga für Kühe"
"...kräftig Kurbeln setzt die Gülleschleuder in Gang"
"und noch einmal die Gülleschleuder. Im Buch Yoga für Kühe ist dies die entspannte Grundhaltung"
"Gähn" - großer Bulle ganz müde.
"Gähn - Winterwetter macht müde"
"...und ich fange meinen Schwanz doch"
"Nase bohren auf Kuhart"
"Und weil´s so schön war noch ein mal..."
"...ich werde doch noch eines Tages auf Öl stoßen"
"Ich übe für den Grundkurs im Tai Chi, auch wenn die anderen sagen, das ich ein Faltenhund werden möchte" (Mit diesem Foto kamen wir auf Platz 2 im Foto Wettbewerb vom Tierschutz Verein)
"Wenn ich mich so vor ihr verbeuge, muss sie mich doch wieder gerne haben." (P.S. hatte den Frechdachs-Bulli raushängen lassen)
"Was Shetty Tonka an Zirkustricks kann, kann ich schon lange"
"Menno, immer diese Verrenkungen weil die Sonne blendet. Wann erfindet endlich Jemand eine Sonnenbrille für Kühe"
"Kann mir bitte Jemand ein Kopfkissen bringen"
"Na gut, da mir niemand ein Kopfkissen gebracht hat, habe ich mich halt auf der Decke nieder gelassen"
"Man, macht der sich wieder breit, dabei können wir hier gut beide liegen"
"Los Kumpel aufwachen & aufstehen, da kommen welche zum Kuhkuscheln! Auf Drei - dann geben wir Gas und sind weg"
He Mama, aufstehen, ich habe Durst, will ans Euter.
"He Du, Pinsel, kannst Du nicht mal das Gitter zu Seite schubsen, dann können wir besser zusammen ´spielen"
"Darf ich Dir ein Geheimnis verraten"
"Weißt Du eigentlich wie lieb ich Dich habe"
"Willst Du mit mir kuscheln" (mit diesem Foto waren wir Sieger beim Fotowettbewerb der Zeitschrift Top Agrar)
"Komm lass uns kuscheln"
"Über uns öffnet sich gleich der Himmel und wir sehen die Sterne"
"versteckt - hier findet sie mich sicher nicht"
"Hinter Mami´s Schwanz ist immer noch das beste Versteck"
"Horn-Schmuck, das ist der neuste Schrei. Ohrringe habe ich ja schon"
"Häha, wenn ich oben am Hang stehe und kräftig drücke gewinne ich auch mal"
"Ätsch"
"Ich mach mal schnell das Tor hinter mir zu, dann muss Savanna drin bleiben"
"Hm, Schnee"
Schnee im Sauerland: "ich bin startklar für die Ski-Saison"
"Ich bin der Nikolaus und komme von Jersey"
"Na, könnt ihr das auch mit eurer Zunge machen?"
Erst 3 Tage auf der Welt und auch schon Meister im Zungerollen.
"War das Heu nun zum Fressen oder als weiche Unterlage gedacht?"
"Grasrausch" . Man bin ich vollgefuttert vom ersten Gras. Nun erst mal ein kleines Päuschen einlegen.
"Ich will Spaß - ich geb Gas"
"Was die Großen können, können die Kleinen schon lange"
"Menno, darf ich jetzt auch endlich mal was sagen - immer reden die anderen"
"hahahah - ich lach mich scheckig, der Witz war der Brüller"
Menno, lass mich doch mal mit unter die Decke, mir ist auch kalt"
"Von hinten anschleichen und dann schnell einen Schluck aus dem Euter nehmen"
Was plant denn Paula da? "Von hinten anschleichen und auch einen Schluck aus der Milchbar nehmen..."
"Müdes Jersey geht zur Ruh, schließt die kleinen Äuglein zu..."
4) Infos zur Kälber Aufzucht für Hobby Mutterkuhhalter:
Sie haben ihre Kuh verloren. Ihre Kuh hat keine Milch. Sie wollen ihr mutterlos gewordenes Kalb selber aufziehen, doch Sie sind ratlos, wie sie es am besten machen können?
So erging es uns auch. Wir holten uns Rat bei Tierärzten, bei gut geführten Milchviehbetrieben und in Fachbüchern.
Wir orientierten uns an den Gegebenheiten unter denen ein Kalb natürlicherweise aufwächst und brachten dies mit ein in die Aufzucht unseres mutterlosen Bullenkalbes Silvan. Ein Kalb hat das Bedürfnis nach Licht, Luft, Sozialkontakt, Zuwendung und regelmäßigem Stillen seines Hungers.
Ideal für die Kälberaufzucht ist ein großer heller Stall mit Zugang ins Freie, sowie Weidegang.
Ein Kalb kommt ohne funktionierendes Immunsystem zur Welt. Die Immunabwehr entwickelt sich erst im Laufe der ersten 3 Lebensmonate, daher sind Kälber in den ersten Lebenswochen sehr anfällig für Krankheiten.
Mutterkuhkälber bekommen in der Regel ausreichend Biestmilch, sofern die Geburt normal verläuft und das Kalb innerhalb der ersten 3 Lebensstunden am Euter säuft. Kälber die nach schwergeburt oder mit Kaiserschnitt auf die Welt kommen haben oft eine Trinkschwäche und müssen ggf Biestmilch der Mutter über eine Trinkflasche bekommen, bis sie in der Lage sind selbständig zu saufen. Auch Kälber deren Mutter keine Milch hat, brauchen Biestmilch, mindestens 3 l auf 2 Mahlzeiten mit 2 Stunden Zeitabstand aufgeteilt. Sollten Sie keine betriebseigene Biestmilch haben, fragen sie bei einem Milchviehbetrieb in ihrer Nähe nach, denn diese haben oft Biestmilchvorräte eingefroren. Die Biestmilch auftauen und vor dem Verfüttern schonend auf 40 Grad erwärmen. Für ein Kalb ist betriebsfremde Biestmilch nicht optimal, aber besser als gar keine Biestmilch. Präparate mit Biestmilchpulver und Immungloboline sind kein Ersatz für Biestmilchtränke.
Ein Kalb trinkt gewöhnlich alle paar Stunden am Euter seiner Mutter. Daher sollte man bei der Handaufzucht versuchen, diesen natürlichen Gegebenheiten möglichst nahe zu Kommen. Sie können keine ihrer Mutterkühe melken. Fragen Sie bei einem Milchviehbetrieb nach, diese helfen meistens gerne aus und verkaufen ihnen täglich die erforderliche Menge Milch. Wir haben einmal täglich. 10 l Milch geholt, kühl gelagert und portionsweise alle paar Stunden auf 40 Grad erwärmt gefüttert. Ein Kalb braucht die ersten Lebenswochen eine Tagesmenge von 8-10 l Milch. In den ersten beiden Lebenswochen sollten diese auf 5-6 Mahlzeiten aufgeteilt werden. Ab der dritten Woche reichen 4 Mahlzeiten am Tag aus, da das Kalb anfängt etwas Heu aufzunehmen. Ab der 7. Lebenswoche sind 3 Mahlzeiten ausreichen, vorausgesetzt das Kalb frisst schon selbständig Heu und etwas Kraftfutter (Kälberkorn). Frisst das Kalb noch nicht selbständig sind 3 Mahlzeiten am Tag zu wenig um das Hungerbedürfnis von Kälbern zu stillen, da bei 3 Mahlzeiten die Gesamtmilchmenge ja geringen ist. Ab dem 4. Lebensmonat reicht eine zweimalige Milchgabe mit je 2 l aus. Das Kalb frisst inzwischen viel Heu. Im 5. Monat wird die Milchmenge langsam reduziert, bis keine Milch mehr gegeben wird. idealerweise wird das Kalb bis zum 6. Lebensmonat getränkt.
Die idealen Tränkemengen: In den ersten beiden Lebenswochen darf nicht mehr als 1,5 l Milch pro Mahlzeit gegeben werden, da der Labmagen noch ein geringes Volumen hat und größere Milchmengen nicht verarbeiten kann. Sonst kann es zu Labmagenstörungen kommen und fütterungsbedingten Durchfällen. Ab der 3. Woche kann das Kalb pro Mahlzeit 2 l erhalten. Mehr als 2 - 2,5 l Milch sollten dem Kalb auch im höheren Alter nie pro Mahlzeit gegeben werden.
Milch sollte grundsätzlich über den Nuckeleimer gegeben werden um zu hastiges Saufen zu vermeiden, wie es beim Tränken aus Eimern häufig vorkommt. Zu hastiges Saufen kann zu Verdauungsstörungen führen.
Am besten als Tränke ist Kuhmilch geeignet. Milchaustauscher sind weniger ideal und sollten frühestens ab der 3. Lebenswoche gegeben werden, da bei Unverträglichkeit zu Durchfällen kommen kann. Die Umstellung von Milch auf Milchaustauscher sollte langsam erfolgen um Durchfälle zu vermeiden. Am besten nach und nach immer mehr Mahlzeiten am Tag durch Milchaustauscher ersetzen. Die meisten Milchaustauscher enthalten Molke. Besser verträglich sind Milchaustauscher aus Magermilchpulver. Sauer Milchtränke, die kalt angerührt wird ist keine ideale Ernährung. Nicht getrunkene Milchaustauscherreste nicht wieder erwärmen, sondern wegschütten. Milchaustauscher muss wie Milch vor dem Tränken auf 39-40 Grad erwärmt werden.
Ab der 2. Lebenswoche ist dem Kalb zusätzlich im Eimer frisches Wasser zur Verfügung zu stellen, ebenso hochwertiges Heu. Selbstverständlich sollte der Stall dick eingestreut sein und mindestens einmal am Tag gründlich gemistet werden.
Kälber sind soziale Wesen und suchen den Kontakt, bevorzugt zu Artgenossen. Ist dieser nicht vorhanden, orientieren sie sich erst einmal am Menschen. Kälber haben ein hohes Bedürfnis nach Kontakt, benötigen gerade in den ersten Lebenswochen auch Streicheleinheiten und Fellpflege durch Putzen. Wunde Hinterteile, teilweise mit Fellverlust nach Durchfällen, wie man es häufig sieht, muss nicht sein, wenn man sich die Zeit nimmt zur Körperpflege der Kälber. Ab der 3. Lebenswoche muss das Kalb einen Spielkameraden haben. Man ist verpflichtet seinem Kalb ein zweites möglichst gleichalteriges Kalb hinzu zugesellen.
Nimmt man sich die Zeit sein Kalb zu beobachten sieht man schon die kleinsten Krankheitsanzeichen und kann rechtzeitig handeln und wenn man bereit ist in sein Kalb zu investieren lieber auch einmal zu viel den Tierarzt rufen.
Gute Kälberaufzucht ist mit hohen Kosten verbunden und sehr hohem Zeitaufwand. Wer bereit ist sich die Zeit zu nehmen, hat meisten Erfolg mit seiner Handaufzucht und später eine gesunde leistungsstarke Kuh.